Nützliche Ressourcen zur Schriftauslegung (Deutsch/Englisch)

Page 1 of 1 (11 items)
This post has 10 Replies | 2 Followers

Posts 53
ML1992 | Forum Activity | Posted: Thu, Aug 16 2018 10:25 AM

Hallo!

Ich würde gerne wissen, was die "besten" Ressourcen sind, wenn es um eine intensive Schriftauslegung geht. In diesem Gebiet habe ich nämlich nicht wirklich Ahnung, was Hilfsmittel angeht. Englische Ressourcen sind ebenfalls willkommen!

Was ich beispielsweise schon besitze, sind die Kommentare von "Keil, Carl Friedrich" und von "Delitzsch, Franz", und ein paar andere die damals in dem Silber Basis-Paket dabei waren, welches ich erworben habe. Vielleicht ist da noch anderes nützliches Material drin, wovon ich nichts weiß.

Ansonsten wäre ich offen für alles andere. Allerdings bitte ich um ernsthafte u. seriöse Antworten, weil ich immer wieder höre, dass z.B. Kommentare sehr gefährlich sein können. Dieses Thema ist mir sehr wichtig

Grüße

Posts 207
Roland Hofbauer | Forum Activity | Replied: Thu, Aug 16 2018 11:26 AM

Was meinen Sie mit "dass Kommentare sehr gefährlich sein können"?

Posts 2397
Jan Krohn | Forum Activity | Replied: Thu, Aug 16 2018 11:37 AM

Weil sie an Hand der Schrift zeigen, dass die Lehrmeinung der eigenen Denomination vermutlich verkehrt ist… Zip it!

Past IT Consultant. Past Mission Worker. Entrepreneur. Future Seminary Student.
Why Amazon sucks: Full background story of my legal dispute with the online giant

Posts 995
LogosEmployee
Ben Misja (Faithlife) | Forum Activity | Replied: Fri, Aug 17 2018 2:11 PM

ML1992:

Hallo!

Ich würde gerne wissen, was die "besten" Ressourcen sind, wenn es um eine intensive Schriftauslegung geht. In diesem Gebiet habe ich nämlich nicht wirklich Ahnung, was Hilfsmittel angeht. Englische Ressourcen sind ebenfalls willkommen!

Was ich beispielsweise schon besitze, sind die Kommentare von "Keil, Carl Friedrich" und von "Delitzsch, Franz", und ein paar andere die damals in dem Silber Basis-Paket dabei waren, welches ich erworben habe. Vielleicht ist da noch anderes nützliches Material drin, wovon ich nichts weiß.

Ansonsten wäre ich offen für alles andere. Allerdings bitte ich um ernsthafte u. seriöse Antworten, weil ich immer wieder höre, dass z.B. Kommentare sehr gefährlich sein können. Dieses Thema ist mir sehr wichtig

Grüße

Könntest du etwas genauer ausführen, was für dich eine gute Ressource ausmacht? 

Kommentare an sich sind nicht gefährlich - aber vielleicht empfindet ja manch einer die darin zu findenden Meinungen als bedrohlich für den eigenen Glauben? Wozu es keinen Grund gibt, wenn man ein gefestigtes und gut begründetes Fundament hat. Denn damit kann man alle Meinungen einordnen - oder sich von ihnen herausfordern lassen. Vielleicht wäre es am besten, wenn du dich erst einmal in das Thema der Schriftauslegung an sich einliest? 

Posts 53
ML1992 | Forum Activity | Replied: Fri, Aug 17 2018 3:50 PM

Ben Misja (Faithlife):

ML1992:

Hallo!

Ich würde gerne wissen, was die "besten" Ressourcen sind, wenn es um eine intensive Schriftauslegung geht. In diesem Gebiet habe ich nämlich nicht wirklich Ahnung, was Hilfsmittel angeht. Englische Ressourcen sind ebenfalls willkommen!

Was ich beispielsweise schon besitze, sind die Kommentare von "Keil, Carl Friedrich" und von "Delitzsch, Franz", und ein paar andere die damals in dem Silber Basis-Paket dabei waren, welches ich erworben habe. Vielleicht ist da noch anderes nützliches Material drin, wovon ich nichts weiß.

Ansonsten wäre ich offen für alles andere. Allerdings bitte ich um ernsthafte u. seriöse Antworten, weil ich immer wieder höre, dass z.B. Kommentare sehr gefährlich sein können. Dieses Thema ist mir sehr wichtig

Grüße

Könntest du etwas genauer ausführen, was für dich eine gute Ressource ausmacht? 

Kommentare an sich sind nicht gefährlich - aber vielleicht empfindet ja manch einer die darin zu findenden Meinungen als bedrohlich für den eigenen Glauben? Wozu es keinen Grund gibt, wenn man ein gefestigtes und gut begründetes Fundament hat. Denn damit kann man alle Meinungen einordnen - oder sich von ihnen herausfordern lassen. Vielleicht wäre es am besten, wenn du dich erst einmal in das Thema der Schriftauslegung an sich einliest? 

Ich habe mit Kommentaren bisher wenig, eigentlich gar nichts zu tun gehabt. Ich werde nur immer wieder "gewarnt", dass die christliche Bibliothek ein "gefährlicher" Ort ist (allgemein). Mir geht es lediglich darum, gute und vertrauenswürdige Ressourcen zu nutzen, seien es Kommentare, worum es mir hauptsächlich geht, oder andere Hilfsmittel, wie Materialien zur Kirchengeschichte, AT etc. Einfach das was so allgemein anerkannt wird in evangelischen Kreisen

Posts 995
LogosEmployee
Ben Misja (Faithlife) | Forum Activity | Replied: Fri, Aug 17 2018 4:05 PM

Vielleicht ist dieses Buch als Grundlage behilflich (das wir leider noch nicht im Angebot haben)? 

Bibelauslegung praktisch: In zehn Schritten den Text verstehen (Helge Stadelmann, Thomas Richter). Du findest es sicher beim Händler deiner Wahl, ich kann hier aber natürlich schlecht auf ein Konkurrenzangebot verlinken. Smile

Ich sehe bei dir einen Zwiespalt: Einerseits bittest du um Literaturtipps, andererseits befürchtest du, dass bestimmte Bücher gefährlich sein könnten. Aber etwa um Kommentare wirst du bei der ernsthaften Schriftauslegung leider nicht herumkommen. Es gibt auch nicht wirklich Sekundärliteratur, die ganz wertungsfrei ist. Die allermeisten kommentieren irgendwo in irgendeiner Form. Und die, die es nicht tun, sind meist für Leute gedacht, die selber Kommentare verfassen könnten. Wink An dem Thema kommst du also schwer vorbei. 

Ich bin der Meinung: Bibliotheken sind nur dann gefährlich, wenn man Angst hat, dass die eigene Meinung der Reibung mit anderen Meinungen nicht standhält. Wer als Christ mündig im Glauben sein will, braucht unbedingt auch eine theologische Bibliothek. (Dazu habe ich vor kurzem sogar einen Blogpost auf dem Logos-Blog geschrieben.) 

Posts 2397
Jan Krohn | Forum Activity | Replied: Fri, Aug 17 2018 4:37 PM

Also, ich finde eine christliche Bibliothek weniger gefährlich als z.B. YouTube oder Facebook, wo man alle Nase lang wirklich obskures religiöses Material präsentiert bekommt...

Und da Logos-Inhalte kuratiert sind, ist schon mal mindestens der allergröbste Unfug aussortiert. Aber Logos deckt natürlich ein sehr großes Spektrum von liberal bis evangelikal ab, über alle Denominationen hinweg. Ich habe dies immer als große Bereicherung empfunden, denn es hilft ungemein bei Auslegungsfragen zu erkennen, wo etwas in den Text hineininterpretiert wird, was da eigentlich gar nicht so steht.

Ein solides Grundgerüst mit evangelikaler Ausrichtung ist allerdings schon sinnvoll. So etwas bekommst Du fertig zusammengeschnürt (ein paar Kommentare, Bibellexika, Wörterbücher, Atlas, Kirchengeschichte usw.) in den Basispaketen.

Ich persönlich habe sowohl das englische als auch das deutsche Bronze-Paket, finde aber von der Auswahl der enthaltenen Werke und vom Umfang her das englische etwas besser:

https://www.logos.com/product/81148/bronze

Aber Vorsicht, auch dort sind ein paar liberale Werke drin enthalten, die z.B. Allversöhnung lehren...

Past IT Consultant. Past Mission Worker. Entrepreneur. Future Seminary Student.
Why Amazon sucks: Full background story of my legal dispute with the online giant

Posts 43
Sascha Andreas John | Forum Activity | Replied: Tue, Aug 21 2018 6:49 AM

Kommentare können aus zwei Gründen "gefährlich" sein.

1. Anstatt mich mit dem Bibeltext und seiner Aussage zu beschäftigen übernehme ich einfach die Meinung eines anderen über den Text...im "Idealfall" natürlich den der meine Meinung/Denomination widerspiegelt.

2. Kommentare werden als Wort Gottes verstanden dem nicht widersprochen werden darf.

Eigentlich braucht man zur Schriftauslegung nur Bibeln, Konkordanzen, Lexika, Wörterbücher und Grammatiken. Will man tiefer gehen vielleicht Kommentare wie Metzger der mir die Textvarianten zeigt und eine Meinung abgibt welche warum die Beste ist.

Gaaanz am Schluss kann ich nochmal in Kommentare schauen ob ich mit meiner Auslegung völlig daneben liege...meine Erfahrung ist, dass Kommentare dort wo jedem klar ist was der Text sagt 100 Seiten geschrieben werden und da wo es echt schwierig ist steht:"ist schwierig...kommen wir zu den nächsten 100 Seiten"

Posts 207
Roland Hofbauer | Forum Activity | Replied: Tue, Aug 21 2018 9:46 PM

Das mit den "evangelischen Kreisen" ist so eine Sache. Ich glaube nicht, dass es die in der Allgemeinheit überhaupt gibt. 

Grundlegend sehe ich zwei Herangehensweisen an Bibeltexte (das unterscheiden sich "evangelische Kreise" nicht von anderen - das ist nicht eine Sache der Konfession).

Die zentrale Rolle scheint mir die Frage: Was bedeutet der Begriff "Wort Gottes" überhaupt?

An der Antwort auf diese Frage trennen sich dann die Wege (quer durch die Konfessionen). 

1) Die einen sagen: Die Bibel, der Text, wie er uns vorliegt, ist als solcher von Gott offenbart - und hat deshalb absolute Autorität. Jedes Wort darin stammt unmittelbar von Gott. Man kann eine solche Sicht Verbalinspiration nennen. Viele evangelikale Kreise (die in diesem Forum stark vertreten sind). neigen zu dieser Auffassung - und sie bezeichnen sich deshalb auch gern als "bibeltreu".

2) Die anderen sagen: Die Bibel, der Text, wie er uns vorliegt, ist nicht ein für allemal vom Himmel gefallen, sondern Ergebnis eines jahrhundertelangen Entstehungsprozesses. Er ist in dieser Weise auch ein Stück altorientalische Literatur. Menschliche Autoren haben niedergeschrieben, was sie im Heiligen Geist von Gott verstanden haben. Gotteswort im Menschenwort. Die Bibel ist dabei nicht einfach nur Quelle des Glaubens, sondern mehr noch: ein Zeugnis des Glaubens. Ein Zeugnis des Ringens der damaligen Menschen um das, was Gott in ihrem Leben (und im Leben ihres Volkes) getan hat, angemessen zu verstehen. Diese Sicht der Dinge ist eher in den Großkirchen vertreten (quer durch die Konfessionen) - und es ist mehr die Sicht der an den theologischen Fakultäten der Universität gelehrten Theologie.

Bibelkommentare sind nicht "Wahrheiten" über die Bibel, sondern Perspektiven auf Bibeltexte. Und je nachdem, wie die Antwort auf die oben gestellte Grundfrage ausfällt, sehen auch die Kommentare dann unterschiedlich aus.

Noch was: in diesem Logos Forum sind evangelikale Christen stark vertreten (so hab ich den Eindruck gewonnen - und ich habe einen sehr netten und angenehmen Eindruck von ihnen gewonnen - auch wenn ich eine nicht-evangelikale Sichtweise bevorzuge). Ich persönlich neige eher zur oben geschilderten zweiten Auffassung (Gotteswort im Menschenwort), weil mir das plausibler vorkommt. Aber es ist auch gut, mit anderen im Gespräch zu sein, die die eigenen Auffassungen nicht teilen; das hilft zu einer vertieften Reflexion der eigenen Sicht der Dinge. 

Zum Schluss noch ein sehr schöner Bibelvers, der das Wesentliche meiner kleinen Erörterung schön auf den Punkt bring (Ps 62,12t:

„Eines hat Gott gesprochen, zwei sind’s, die ich gehört habe.“

Posts 53
ML1992 | Forum Activity | Replied: Fri, Aug 24 2018 2:23 AM

Sascha Andreas John:
1. Anstatt mich mit dem Bibeltext und seiner Aussage zu beschäftigen übernehme ich einfach die Meinung eines anderen über den Text...im "Idealfall" natürlich den der meine Meinung/Denomination widerspiegelt.

Mir geht es nicht darum, blind Meinungen zu übernehmen. Mich interessiert nur mittlerweile, wie andere Theologen gewisse Passagen auslegen und verstehen; vor allem Theologen, von denen ich einen guten Eindruck habe (z.B. John MacArthur). Ich beschäftige mich erst seit ca. 2-3 Jahren intensiver mit der Schrift, und in dieser ersten Zeit habe ich überhaupt nicht zu Kommentaren gegriffen (sondern nur zu Lexika, Wörterbüchern, griechischen Grammatiken etc, auch den Metzger Kommentar), sondern ich wollte den Text erst einmal nur auf mich wirken lassen. Erst vor kurzem habe ich mir einige Schriftstellen, die mich schon länger interessieren, in den MacArthur Study Notes angeguckt oder mir generell Predigten von ihm und anderen dazu angehört, und einige Male hat es schon eine gewisse Wirkung hinterlassen und ist in der Tat sehr hilfreich gewesen; und das meistens nicht nur bezüglich der genauen Schriftstelle, sondern in einem weiteren Horizont. Deswegen habe ich gerade diese Überlegungen, in Kommentare reinzuschauen oder Kirchenväter und mir verschiedene Sichtweisen anzugucken. Gleichzeitig höre ich nur immer wieder, dass ich "aufpassen" solle bzgl. der Kommentare... deswegen habe ich das hier angesprochen.

Sascha Andreas John:
2. Kommentare werden als Wort Gottes verstanden dem nicht widersprochen werden darf.

das ist schwachsinnig

momentan schaue ich nur in die MacArthur Study Notes, ist also sehr komprimiert aber auch hilfreich mMn. Vielleicht reichen so Study Bibles auch erstmal, und ich schaue mir noch ein paar andere an, wie die von R.C. Sproul oder die ESV Study Bible

Posts 43
Sascha Andreas John | Forum Activity | Replied: Sat, Aug 25 2018 5:48 AM

sorry da hast du mich völlig falsch verstanden. Ich meinte nicht dich sondern die Aussage warum Kommentare "gefährlich" sein können. Die zwei Punkte bezogen sich auf mich und meiner 20 Jährigen Erfahrung im Predigtdienst...also entschuldige wenn ich dich damit verärgert hab

Page 1 of 1 (11 items) | RSS